Hoff…. WAAAAS?

1 Kor 13, 13   „Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;…“

Glaube. Hab ich, kenne ich. Liebe? Schon von gehört. Kann ich auch anderen gegenüber empfinden. Manchmal sogar für mich selbst. … Aber das Dritte, was war das  nochmal? … Hoffnung? … So heisst meine Gemeinde. Doch wo bitte finde ich Hoffnung in meinem Leben?

In alltäglichen Dingen habe ich Hoffnung. Ich habe Hoffnung, dass der ICE pünktlich fährt. Ich habe Hoffnung, dass die Klimaanlage im ICE auch bei 30°C und mehr durchhält. Ich habe sogar Hoffnung, nächste Woche nicht bis nach 17Uhr im Büro sein zu müssen.

Geht es um die Dinge die mich wirklich belasten – und das meine ich wörtlich -, dann hatte ich die Hoffnung verloren. Die Hoffnung, dass sich mein Vater im Himmel auch für diese Dinge interessiert und mir helfen möchte. Was meine ich damit konkret? Wer mich näher kennt, weiß, dass ich schon sehr lange Zeit mit einem erheblichen Übergewicht zu kämpfen habe.

In „Spitzenzeiten“ trug ich das Gewicht von drei mittelgroßen Menschen mit mir spazieren. In einer Phase der Hoffnung schwand davon ein das Äquivalent eines kleinen Menschen. Es ist aber immer noch Volumen und Masse eines großen Menschen vorhanden, welches mich von einem „normalen“ Gewicht trennt. Wenn nun in einer hoffnungsvollen Zeit soviel Gewicht verschwinden konnte, so sollte man(n) doch annehmen dürfen, dass dies zum Durchhalten motiviert. Richtig oder falsch? Richtig! Was lies dann alle Hoffnung von mir weichen?

Vor drei Jahren bin ich schwer gestürzt und konnte eine zeit lang kaum kriechen. Es dauerte fast ein Jahr, bis ich wieder halbwegs laufen konnte. Das war anstrengend und raubte mir eine Menge geistige Kraft. Irgendwie kam ich wieder zu Kräften. Kaufte mir sogar ein extra tragfähiges Fahrrad. Begeistert fuhr ich zweimal in der Woche damit zur Arbeit und zurück. Ich fühlte mich gut und motiviert. Dann wurde mein Rad geklaut. Motivation und Kraft waren gemeinsam mit dem Rad verschwunden.

Im nächsten Jahr kaufte ich mir ein neues Rad. Genau einmal fuhr ich damit zur Arbeit und nach Hause. Wenige Tage danach wollte ich auf dem Heimweg in einem Supermarkt zwei Bus-Haltestellen vor meinem Zuhause einkaufen. Als ich aus dem Sitz am Ende des Busses aufstand, merkte ich bereits, da war was faul. Kaum hatte ich den linken Fuss als erstes auf den Bürgersteig gestellt, knallte eine Zerrung durch das komplette linke Bein. Mit letzter Kraft schleppte ich mich zu der Bank an der Bushaltestelle.

Mein Freund Karl hatte Gott sei Dank bereits Feierabend und holte mich mit dem Auto ab. Am nächsten Tag fuhr ich zum Arzt. Der schickte mich noch zum Venen-Ultraschall, da er eine Thrombose ausschließen wollte. Im Geist lehnte ich diese Thrombose ab. Dennoch machte sich Angst und Panik in meinem Herzen breit. Angst davor, im Rollstuhl zu landen. Und anderes dummes Zeug. Ich war froh, dass die Ärzte im Venenzentrum nix Kritisches finden konnten. Was aber nix daran änderte, dass da immer noch Angst war.

In den nächsten zwölf Monaten wurde das – gefühlt – nicht wirklich besser. Zum Ende hin wurden die Schmerzen so schlimm, dass ich es ohne Schmerztabletten nicht mehr schaffte, zur Arbeit zu gehen. An zu vielen Tagen war es zum Feierabend hin so übel, dass ich mit dem Taxi nach Hause fuhr, statt mit U-Bahn und Bus. Inzwischen gibt es Taxifahrer, denen ich nicht mehr sagen muss, wo ich hin will. Lustig und traurig zugleich.

In meinem Herzen war ich mir seit ungefähr einem halben Jahr sicher, dass die Schmerzen nicht mehr körperlich waren. Da musste etwas Geistiges dahinter stecken. Doch alles Glauben und Beten für Heilung mit diversen Glaubensgeschwistern schien nicht zu helfen. Die Schmerzen blieben. Je intensiver und glaubensvoller ich betete, umso stärker wurden die Schmerzen. … Fällt was auf? … Ich hatte zwar Glaube, dass Gott auch heute noch heilt, doch hatte ich für mich persönlich keine Hoffnung auf Besserung.

Auf interessantem Weg brachte mich unser Vater im Himmel mit einem lieben Ehepaar aus England in Verbindung, die seit Jahrzehnten im Heilungs- und Befreiungsdienst unterwegs sind. Wir sprachen und beteten über Skype miteinander.

Sie wussten so überhaupt Nichts über mich und begannen, die richtigen Fragen zu stellen und lehrten mich auch einige Dinge, die ich über Heilungsgebet noch nicht wusste. Um z.B. effektiv für Heilung zu beten, muss – so die Krankheit mit einem traumatischen Erlebnis verbunden ist (z.B. die Panik nach der Zerrung) – die Erinnerung an das traumatische Erlebnis im Gebet gebrochen werden. Solange die Erinnerung an das Trauma noch da ist, ist kein Platz für Heilung. (Es gibt wissenschaftlich nachgewiesen ein Erinnerungsvermögen der Körperzellen. Dort können sich auch traumatische Erinnerungen festsetzen. Einfach mal google-n oder bing-en oder yahoo-en.)

Bereits nach dem ersten Gebet mit dem Ehepaar aus England konnte ich auf Schmerztabletten verzichten. Zwar war ich nicht schmerzfrei, doch war das Schmerzerleben auf einem gerade noch erträglichen Niveau angekommen. In den folgenden Wochen legte Gott noch andere Trauma offen: ein Erlebnis von sexuellem Missbrauch im Teenie-Alter, geistiger Missbrauch durch Ärzte (Schlankheitswahn in den späten 70ern und die 80er Jahre, Normalgewicht in kg = Größe in cm – 100 – 15%), Kalorien-Zählen-Trauma (bitte nicht lachen, das ist echt ernst).

Als ich um die 18 bis 20 Jahre alt war, hatte ich ein halbwegs normales Gewicht. Sah ganz gut aus. War sportlich. Doch in meinem Herzen hatte sich die Lüge, dass ich fett wäre, bereits fest gesetzt. Daraus entwickelte sich über die Jahre eine tiefe Hoffnungslosigkeit, jemals nicht fett sein zu können. Zu allem Überfluss steckte ich dann noch Herbst 1992 bis Winter 2003 in einer Depression fest. (Seit ich am 4ten Advent 2003 Jesus als meinen Erlöser, Herrn und König angenommen habe, bin ich die Depressionen los.)

Diese Themen arbeiteten wir über mehrere wöchentliche Gebete ab. Brachen Trauma, sprach Vergebung aus (wenn noch nicht geschehen), trennte mich von geglaubten Lügen, … und einiges mehr.

Seit fünf Wochen nehme ich keine Schmerztabletten mehr. Seit 2 Wochen bin ich nahezu schmerzfrei. Komme langsam wieder in die Gänge. Und ich habe Hoffnung, dass ich ein normales Gewicht erreichen werde. Ich habe sogar Hoffnung, dass etliche Kilos davon übernatürlich schnell verschwinden werden. Einfach deshalb, weil Gott mich lieb hat.

Beobachtbar und messbar: meine Nahrungsaufnahme hat sich um ein Drittel bis zur Hälfte reduziert, OHNE Kalorienzählen und Co. Ich bekomme einfach nicht mehr so viel runter. Das ist zwar Tagesform abhängig (Drittel oder Hälfte), aber konstant so geblieben.

Ich weiß, dass ich mir auf die all die guten Veränderungen nichts einbilden kann. Das – so bin ich felsenfest überzeugt – hätte ich ohne Gottes Hilfe nicht hinbekommen. Und ich bin Papa im Himmel auch sehr dankbar für all die Menschen, die mich auf diesem Weg begleiten und die ER mir an die Seite gestellt hat.

Glaube, Liebe und Hoffnung. Alle drei sind nun wieder in meinem Leben lebendig.

Der Tag, an dem der Hamster aus dem Rad stieg!

Am 06. Juli 2012 geschah es. Der Hamster stieg aus seinem Rad.

29+ Jahre kannte ich nichts anderes, als Montags bis Freitags einem regulären Broterwerb nachzugehen. Die letzten zwei bis drei Jahre davon waren nervig. Von Tag zu Tag wurde ich unzufriedener. Unzufriedener mit meinem Job. Unzufriedener mit meinem Chef. Unzufriedener mit mir!

Ich sehnte mich nach mehr. Vor allem sehnte ich mich danach mehr Zeit für die Gott-Dinge in meinem Leben zu haben. Wollte sehen wie Gott übernatürlich wirkt. Ich wollte alles. Erfolg im Job. Karriere – in der „Welt“ und in der „Kirche“. Die „Glory-Jobs“. Einfach so.

Sauer mit mir. Sauer mit Gott. Reizbar. Kurze Zündschnur. – Für meinen Chef und meine Kollegen muss das … anstrengend gewesen sein.

In dieser Zeit kam ich durch die Mitarbeit bei NO LIMIT in Kontakt mit Dr. Arne Elsen. Er ermutigte mich,  zu seinen Vorträgen zu kommen. Nach den Vorträgen sollte ich im seinem Team für Kranke beten. Über einen Zeitraum von ein bis eineinhalb Jahren tat ich dies. Fuhr 2 Mal im Monat 3 bis 4 Stunden – meistens Samstags – mit dem Auto zu den Veranstaltungen hin. Danach wieder zurück. Ich fand Geschmack daran, anderen zu dienen.

Ich dachte immer öfter darüber nach, welche Menschen Gott mir immer wieder vor die Füße gestellt hatte. Es waren Menschen, die eins gemeinsam hatten. Bevor sie irgendwie annähernd an diese „Glory Jobs“ heran kamen, waren sie zuerst Dienende.

Irgendwie machte es total Sinn. Jesus kam auch nicht in die Welt, um sich bejubeln zu lassen. Die meiste Zeit verbrachte ER damit, zu dienen. Heilung, Lehre, Dämonen austreiben. Gemeinschaft pflegen.

Im November 2011 erzählte Arne mir von der Gründung des Vereins „Glaube und Heilung“. Ich wusste, dass ich dort mitarbeiten musste. Egal um welchen Preis. Ich wusste in meinem Herzen, dass in diesem Moment DIE Tür überhaupt aufgegangen war, aus dem Hamsterrad des normalen Arbeitsleben aus zu steigen. Unverzüglich, im wahrsten Sinne des Wortes, erkundigte ich mich nach Möglichkeiten, nur noch Teilzeit zu arbeiten.

Von meinen Freunden bekam ich „zwei Daumen nach oben“. Sie ermutigten mich, diesen Schritt zu gehen. Nur wenige Wochen später unterschrieb ich den Änderungsvertrag. Statt 38 Stunden an 5 Tagen, würde ich nur noch 27 Stunden an 4 Tagen je Woche arbeiten. Verbunden mit 29% weniger Gehalt. Außerdem würden die Freitage fortan echt lang werden. 5:15 aufstehen und vor 21:30 Uhr nicht zu Hause sein. 3 Stunden ICE fahren.

Am 06. Juli 2012 stieg ich also erstmalig in den ICE 1616. Es kamen leise Zweifel auf. War ich wirklich auf dem richtigen Weg? Doch der Tag bewies, dass ich auf dem richtigen Weg war.

Mathias B. war an diesem ersten Dienst-Freitag mein Gebetspartner. Es haute mich aus den Socken, wie einfach es war mit ihm zu beten. Unsere Eindrücke für die Gebetssuchenden ergänzten sich sehr gut; bauten förmlich aufeinander aus. Wir beteten sowohl für körperliche, als auch für innere Heilung. Der Heilige Geist zeigt uns sehr oft auf, wenn seelische Belastung hinter den körperlichen Leiden steckte. Ein Patient nach dem anderen ging leichter und ermutigter, als er gekommen war.

Ganz oft findet sich tief gehende Unvergebenheit bei Krebserkrankungen. Irgendwie scheinen die Dinge, die unsere Seele auffressen, ein gutes Treibmittel für Krebszellen zu sein, die schließlich die gesunden Körperzellen zerstören.

Es gibt natürlich auch Krankheiten ohne geistige Ursachen. Spektakulär finde ich es beispielsweise, wenn unterschiedlich lange Beine auf gleiche Länge auswachsen. Unterschiedlich lange Beine sind Ursachen für z.B. Hüftschiefstellungen und den damit verbundenen Rückenschmerzen.

Wer generell Frage zum Thema „Heilung durch Gebet“ hat, dem empfehle ich eines der unten genannten Bücher zu lesen.

Ich selbst erlebe durch diesen Dienst selbst viel innere Heilung. Und ich erkenne immer mehr, wer ich in Jesus bin: Ein geliebtes Kind des Schöpfers des Universums. Dadurch, dass ich genau diese z.B. diese Dinge den Gebetssuchenden zuspreche, predige ich mir selber. Naja, Glaube kommt bekanntlich vom Hören.

Von meinem Chef habe ich erst kürzlich wieder die Rückmeldung bekommen, viel gelassener und motivierter zu sein als vor jenem Tag im Juli 2012. – Ich selbst fühle mich … nun ja … glücklich! Nicht immer jede Sekunde und jeden Tag, aber immer öfter. Alleine schon dafür hat es sich gelohnt, auf Teilzeit umzusteigen.

Literaturempfehlungen:

  • Graham Powell „Der Dienst der Befreiung“
  • Bill Johnson „Berufen zu Heilen“
  • Francis MacNutt „Die Kraft zu heilen“
  • Cindy Jacobs „Das übernatürliche Leben“
  • Last but not least: DIE BIBEL