Gott ist gut! … Echt jetzt?

Es ist mal wieder einer dieser Tage. In meinem Schädel jagen einander die Gedanken, wie zwei Wagen auf der „Wilden Maus“.

Seit über einem Jahr krank. Eine Reha wurde zwar genehmigt, aber noch hat keine Klinik Aufnahmebereitschaft signalisiert. Psychotherapie läuft recht gut, es wird klarer im Reich der Schatten. Aber die Physiotherapie zeigt nur sehr, sehr langsam Fortschritte. In ungefähr einem halben Jahr fällt nach der Lohnfortzahlung auch das Krankengeld weg. Und dann, Frühverrentung wegen Erwerbsunfähigkeit?

Ich werde im September gerade einmal 55 Jahre alt. Das ist doch kein Rentenalter. In mir krampft sich bei den Gedanken an Rente alles zusammen. Bereits überwunden geglaubte „Versager“-Aussagen über mich selbst werden wieder laut. Panik vor sozialem Absturz kommt auf. Ich frage mich, ob ich demnächst die Gehstöcke gegen einen Rollator eintausche und dieser unvermeidlich zum Rollstuhl führt?

Hoffnung sieht anders aus.

Hoffnung. Warte mal! Da war doch was…

Obwohl mein BMI seit Mitte 1993 im Bereich eines Panzerkreuzers aus dem Ersten Weltkrieg herum wabert, habe ich (Gott sei Dank!) kein Diabetes. Als ich wegen der diagnostizierten Herzschwäche eine Herzkathederuntersuchung machen lies, war das Ergebnis unauffällig. (Hallelujah!) Die Depression, die mich von 1993 bis Herbst 2003 fest im Griff hatte und erst seit Oktober letzten Jahres professionell behandelt wird (Hilfe annehmen wäre ein eignes Buchthema), hat mich nicht umgebracht. Auch dies ist erstaunlich und ein Grund zu feiern.

Ich habe gegenüber meinem Brötchengeber und meinen Kollegen kein schlechtes Gewissen wegen des langen Krankseins. Okay, ein Versager-Aspekt ist also definitiv überwunden. Ich gestehe mir zu, schwach und krank sein zu dürfen. … Donnerlüttich!

„Aber!“, schreit da diese fiese Stimme aus dem Off. „Aber was ist denn mit der Karotte? Denk doch an die Karotte, die dir dein Gott seit Jahren vor die Nase hält und dich nicht reinbeissen lässt. Was ist denn damit, häh? Nah? Häh?“

Ach, ja. Die Karotte! – Kurz nach dem ich mich bekehrt hatte, d.h. Jesus als meinen Retter angenommen habe, begann ich mich für das Thema „Heilung durch Gebet“ zu interessieren. Und zwar sowohl für die körperlich Heilung, als auch für die innere Heilung.

(Im deutschen Sprachgebrauch wird innere Heilung eigentlich Seelsorge genannt. Mir gefällt aber der aus dem Englischen kommende Begriff „inner healing“ besser.)

Ende 2009 lernte ich einen Arzt aus Hamburg kennen, er ist Internist und Diabetologe. Dieser Arzt betet auch für seine Patienten und erlebte erstaunliche Heilungen und Heilungswunder, die nicht mit der klassischen, schulmedizinischen Behandlung erklärt werden konnten. Er erzählte mir von Heilungsgebeten, bei denen Übergewichtige 30kg und mehr in einem Augenblick verloren haben. Seit dem wächst in meinem Herzen der Wunsch, dies am eigenen Leib zu erfahren. – Meine Karotte! Sie baumelt nun seit Jahren an einer Angel vor meiner Nase, so wie die Karotte an der Angel Esel (oder ähnliches Getier) motivieren soll, weiter zu laufen. (Siehe einschlägige Comics und Zeichentrickfilme.)

Jener Arzt gründete einen Verein für Heilungsgebet und eröffnete Räume, in denen ehrenamtliche Mitarbeiter an 5 Tagen in der Woche bereit stehen, für Hilfesuchende zu beten. Im Juni 2012 nahm der Verein seine Arbeit auf und ich war ab Juli 2012 einer der Ehrenamtlichen. An ungefähr drei Freitagen im Monat fuhr ich mit dem ICE von Berlin nach Hamburg, bis mich letztes Jahr im Juli die Herzschwäche auf das Abstellgleis schob.

In den 6 Jahren, in denen ich bisher in diesen Heilungsräumen dienen durfte, erlebte ich einige erstaunliche Heilungen. Ich greife eine Geschichte heraus, in der innere und körperliche Heilung einher gingen.

Eine Dame, in etwa in meinem Alter, wurde von Begleitern in unsere Räume buchstäblich hineingetragen. Sie erzählte von starken Schmerzen in Muskeln und Gelenken. Selbst starke Schmerzmittel brachten keine Besserung. Wir hießen sie herzlich willkommen und begannen als Team für sie zu beten. Es waren keine spektakulären Gebete. Hier und da war es notwendig, dass die Dame jemanden aus ihrem Leben vergab. Aber im wesentlichen sprachen wir ihr die Liebe Gottes zu und beteten segnend über ihr. Nach ungefähr 45 Minuten beendeten wir das Gebet.

Etwa weitere fünf Minuten später stand die Dame auf und musste sich nur bei einer ander Personen unterhaken, um den Raum verlassen zu können. Weitere zehn Minuten später humpelte sie selbständig zum WC. Und ungefähr weitere 20 Minuten später stand sie völlig sicher am Waschbecken und half uns beim Geschirrspülen. Als sie und ihre Begleitung gingen, brauchte sie keine Unterstützung mehr.

„Hähäh!“, lacht da diese fiese Stimme aus dem Off. „Dieser ach so gute Gott ist ziemlich oll. Die Frau heilt er, und dich lässt er dumm aus der Wäsche gucken! Ne, im Gegenteil. Guck dir nur deine Eltern an. Und jetzt erzähl mir noch mal, wie guuuuut dein Gott ist.“

Es ist richtig, ich habe im Dienst in Hamburg und auch bei anderen Gebetsgelegenheiten erstaunliche Veränderungen – bei Anderen – erlebt. Heilungen, finanzielle Durchbrüche, Orientierung für Lebensentscheidungen. Wirklich erstaunliche Geschichten.

Genauso ist es richtig, dass Freunde, Bekannte und ich teilweise schon seit Jahren für meinen Vater beten. Er ist seit einer OP nahe der Wirbelsäule quasi querschnittsgelähmt. Anfangs konnte er noch am Rollator laufen. Inzwischen geht dies auch nicht mehr. Egal wer, wieviele oder wie lange gebetet wird, es passiert nix. Vor einigen Monaten wurde bei meiner Mutter Leukämie diagnostiziert. Chemotherapie und Bluttransfusionen. Auch hier beten diverse Freunde und Bekannte. Nix. Aktuell sieht es so aus, als würden meiner Mutter eher Wochen als Monate oder Jahre bleiben. … Das ist SCHEISSE!

Ich bin wütend.

Ich bin traurig.

Ich heule und schreie.

Manchmal könnte ich kotzen.

Ich kapier einfach nicht, warum fremde Menschen, für die ich bete, geheilt werden und bei meinen Eltern oder mir selbst scheinbar null-komma-nix passiert. Ist mir zu hoch!

Habt ihr schon mal von Hiob gehört? Ich tippe mal, der hatte auch so seine „Eyh, Gott!!! Es reicht! Was hab ich dir denn getan?“-Momente. Hiob wird als ein Mann ohne Fehl und Tadel beschrieben. Er sündigte nicht. Vielmehr brachte er Sühne-Opfer schon im Voraus, für den Fall er oder jemand aus seiner Familie könnte gesündigt haben. Dennoch erlaubte Gott dem Luzi Hiob zu piesacken. Nur töten durfte er ihn nicht. Luzi meinte, Hiob von Gott wegreißen zu können. Gott war sich sicher, Hiob ist und bleibt treu.

Hiob war ein wohlhabender Mann. Doch innerhalb kürzester Zeit starben sein Kinder. Alles Hab und Gut wurde gestohlen, stürzte ein oder verbrannte. Und seine „liebende Ehefrau“ erwies sich nicht als hilfreich oder unterstützend: „Männe, du hast alles verloren. Warum lässt du deinen Gott nicht einfach los und bringst dich um?“ … Wer solch ein Ehegespinnst hat, der benötigt keine Feinde.

Hiobs Freunde waren nicht viel besser. Anfangs machten sie es noch richtig. Sie saßen schweigend bei ihm, um ihm zu zeigen, dass er nicht allein ist. Doch dann der Fehler: sie fingen an zu reden. „Öhm, Dicker. Könnte es sein, dass du diese und jene Sünde begangen hast.“ … „Ja, Mann! Irgendwas MUSST du getan haben. Sowas passiert ja nicht einfach so!“ … Und so weiter…An einer Stelle platzte Hiob dann der Kragen: „Eyh! Merkt ihr noch was? Ich bin hier der Oberheilige. Keiner sündigt weniger als ich!“

An dieser Stelle greift Gott ein und erklärt Hiob und seinen Freunden, wer hier der Schöpfer der Welt ist.

Hiob antwortet:

Hiob 42,2 (Hoffnung für Alle) »Herr, ich erkenne, dass du alles zu tun vermagst; nichts und niemand kann deinen Plan vereiteln. 3 Du hast gefragt: ›Wer bist du, dass du meine Weisheit anzweifelst mit Worten ohne Verstand?‹ Ja, es ist wahr: Ich habe von Dingen geredet, die ich nicht begreife, sie sind zu hoch für mich und übersteigen meinen Verstand. 4 Du hast gesagt: ›Hör mir zu, jetzt rede ich, ich will dich fragen, und du sollst mir antworten!‹ 

Achtung jetzt kommt der Kracher:

5 Herr, ich kannte dich nur vom Hörensagen, jetzt aber habe ich dich mit eigenen Augen gesehen! 6 Darum widerrufe ich meine Worte, ich bereue in Staub und Asche!«

Wenn ich in den letzten Tagen an meine Mutter denken muss, Wut und Trauer in mir aufsteigen, stelle ich mit Erstaunen fest, meine Liebe zu und mein Vertrauen in Gott sind weiterhin stark. Die Ereignisse übersteigen meinen Verstand; ich begreife nicht, was warum gerade geschieht. Ich kann nicht sagen, ich hätte Gott mit eigenen Augen gesehen. Aber ich habe die Auswirkungen seines Seins im meinem Leben wahrgenommen.

In den schlimmsten Zeiten der Depression dachte ich oft an Selbstmord. Aus dem Fenster fallen lassen. Mit dem Auto in einen Brückenfeiler fahren. Von einer Brücke fallen lassen. Entweder hielt jemand oder irgend etwas meine Beine auf dem Boden und ich bekam sie nicht über die Brüstung oder das Geländer geschwungen, oder das Lenkrad blieb stur auf Kurs.

Es waren seltsame Zeiten, ich hatte gleichzeitig Angst vor dem Leben und dem Tod.

Ausgerechnet in einem Kino erahnte ich zum ersten Mal, dass es ernsthaft einen Gott geben könnte. Nur hatte ich in meiner Landeskirchenzeit nicht begriffen, was die Gute Nachricht an der Guten Nachricht ist. Und nun sah ich auf der Leinwand einen Briten DEN DEUTSCHEN Luther spielen. Was er sagte, klang wie meine Gedanken. „Ich sehne mich nach einem Gott, der mich liebt und dem ich vertrauen kann.“

Und dann diese gewaltige Szene, wie die Unterstützer Luthers vor dem Kaiser stehen: „Mit Verlaub Euer Majestät. Aber lieber lassen wir uns den Kopf vom Hals schlagen, als dass wir unseren Glauben und die Bibel in unserer Sprache aufgeben.“ Wow! Diese Typen hatten etwas, für das sie bereitwillig ihr Leben gegeben hätten. Und ich? Ich hatte nichts, wofür es sich lohnt zu leben.“ – Wie gut, dass es im Kino dunkel war. So sah man meine Tränen nicht.

Eine Woche später hielt ich eine Stuttgarter Studienbibel in meiner Hand. Ich begann sie inklusive aller Kommentare von Vorne zu lesen. Mit 1. Mose 1,1 fing ich an. Bereits der Anfang berührte mich. Da wurde von einem Gott berichtet, der sich ein Gegenüber schuf. Keine Marionette, nein ein lebendiges, denkendes und fühlendes Wesen mit dem ER in den Dialog gehen konnte.

Die Geschichte von Joseph schüttelte mich. Er wurde aus Eifersucht von seinen Brüdern in die Sklaverei verkauft. Doch Gott fügte es so, dass diese Tat aus Eifersucht zu einem Segen wurde. Joseph konnte seine Familie vor der Hungersnot retten, da er inzwischen der Zweite Mann in Ägypten nach Pharao war.

Dieses Buch, die Bibel, war so anders als andere Bücher. Damals dachte ich, ich wäre bescheuert. Doch diese Bibel fühlte sich … lebendig an.

Mein erstes konkretes „Ich glaub’ Gott liebt mich“-Erlebnis kam wenige Monate später. Die Batteriehalterung meines Autos war kaputt. Vor der Werkstatt schickte ich ein Stoßgebet nach Oben: „Bitte lass es auf Lager sein!“ – Am Schalter für Ersatzteile guckt mich der Mitarbeiter zweifelnd an: „Oh, das ist ein seltenes Teil. Laut Computer haben wir eins am Lager, aber…“ „Ja“, sagte ich, „ich kenne das. Normalerweise ist so ein Teil dann garantiert nicht vorhanden.“ Mein Gegenüber grinste und verschwand in den Regalen. Wenig später kam er wieder. Oh, Hallelujah! Der Lagerbestand war korrekt!

So kam über die Jahre ein Erlebnis zu dem Anderen. Und irgendwann wuchs dann ein zu kurzes Bein unter Gebet auf die gleiche Länge wie das andere Bein. Danach konnte die Person ohne Hinken, Hüft- und Rückenschmerzen laufen.

Nun. Ist Gott gut? – Ich sage absolut ja dazu. Ich habe zu viel Gutes gesehen, um es einfach weg zu wischen, wenn Zeiten schwer werden.

Schwere Zeiten tun trotzdem weh. Es macht keinen Spass durch diese Zeiten zu gehen. Ich kapiere auch das Warum nicht immer oder eher selten.

Was jetzt? – Jetzt werde ich mich wieder an IHN wenden und ihn bitten, mir zu begegnen und mich zu trösten.

Und du, lieber Leser? – So du IHN noch nicht kennst, ruf zu Ihm. Er ist in Hörweite. Du brauchst keine Gebetsformel. Mach es wie Luther im Film: „Jesus, hier bin ich. Errette mich!“

Hoff…. WAAAAS?

1 Kor 13, 13   „Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;…“

Glaube. Hab ich, kenne ich. Liebe? Schon von gehört. Kann ich auch anderen gegenüber empfinden. Manchmal sogar für mich selbst. … Aber das Dritte, was war das  nochmal? … Hoffnung? … So heisst meine Gemeinde. Doch wo bitte finde ich Hoffnung in meinem Leben?

In alltäglichen Dingen habe ich Hoffnung. Ich habe Hoffnung, dass der ICE pünktlich fährt. Ich habe Hoffnung, dass die Klimaanlage im ICE auch bei 30°C und mehr durchhält. Ich habe sogar Hoffnung, nächste Woche nicht bis nach 17Uhr im Büro sein zu müssen.

Geht es um die Dinge die mich wirklich belasten – und das meine ich wörtlich -, dann hatte ich die Hoffnung verloren. Die Hoffnung, dass sich mein Vater im Himmel auch für diese Dinge interessiert und mir helfen möchte. Was meine ich damit konkret? Wer mich näher kennt, weiß, dass ich schon sehr lange Zeit mit einem erheblichen Übergewicht zu kämpfen habe.

In „Spitzenzeiten“ trug ich das Gewicht von drei mittelgroßen Menschen mit mir spazieren. In einer Phase der Hoffnung schwand davon ein das Äquivalent eines kleinen Menschen. Es ist aber immer noch Volumen und Masse eines großen Menschen vorhanden, welches mich von einem „normalen“ Gewicht trennt. Wenn nun in einer hoffnungsvollen Zeit soviel Gewicht verschwinden konnte, so sollte man(n) doch annehmen dürfen, dass dies zum Durchhalten motiviert. Richtig oder falsch? Richtig! Was lies dann alle Hoffnung von mir weichen?

Vor drei Jahren bin ich schwer gestürzt und konnte eine zeit lang kaum kriechen. Es dauerte fast ein Jahr, bis ich wieder halbwegs laufen konnte. Das war anstrengend und raubte mir eine Menge geistige Kraft. Irgendwie kam ich wieder zu Kräften. Kaufte mir sogar ein extra tragfähiges Fahrrad. Begeistert fuhr ich zweimal in der Woche damit zur Arbeit und zurück. Ich fühlte mich gut und motiviert. Dann wurde mein Rad geklaut. Motivation und Kraft waren gemeinsam mit dem Rad verschwunden.

Im nächsten Jahr kaufte ich mir ein neues Rad. Genau einmal fuhr ich damit zur Arbeit und nach Hause. Wenige Tage danach wollte ich auf dem Heimweg in einem Supermarkt zwei Bus-Haltestellen vor meinem Zuhause einkaufen. Als ich aus dem Sitz am Ende des Busses aufstand, merkte ich bereits, da war was faul. Kaum hatte ich den linken Fuss als erstes auf den Bürgersteig gestellt, knallte eine Zerrung durch das komplette linke Bein. Mit letzter Kraft schleppte ich mich zu der Bank an der Bushaltestelle.

Mein Freund Karl hatte Gott sei Dank bereits Feierabend und holte mich mit dem Auto ab. Am nächsten Tag fuhr ich zum Arzt. Der schickte mich noch zum Venen-Ultraschall, da er eine Thrombose ausschließen wollte. Im Geist lehnte ich diese Thrombose ab. Dennoch machte sich Angst und Panik in meinem Herzen breit. Angst davor, im Rollstuhl zu landen. Und anderes dummes Zeug. Ich war froh, dass die Ärzte im Venenzentrum nix Kritisches finden konnten. Was aber nix daran änderte, dass da immer noch Angst war.

In den nächsten zwölf Monaten wurde das – gefühlt – nicht wirklich besser. Zum Ende hin wurden die Schmerzen so schlimm, dass ich es ohne Schmerztabletten nicht mehr schaffte, zur Arbeit zu gehen. An zu vielen Tagen war es zum Feierabend hin so übel, dass ich mit dem Taxi nach Hause fuhr, statt mit U-Bahn und Bus. Inzwischen gibt es Taxifahrer, denen ich nicht mehr sagen muss, wo ich hin will. Lustig und traurig zugleich.

In meinem Herzen war ich mir seit ungefähr einem halben Jahr sicher, dass die Schmerzen nicht mehr körperlich waren. Da musste etwas Geistiges dahinter stecken. Doch alles Glauben und Beten für Heilung mit diversen Glaubensgeschwistern schien nicht zu helfen. Die Schmerzen blieben. Je intensiver und glaubensvoller ich betete, umso stärker wurden die Schmerzen. … Fällt was auf? … Ich hatte zwar Glaube, dass Gott auch heute noch heilt, doch hatte ich für mich persönlich keine Hoffnung auf Besserung.

Auf interessantem Weg brachte mich unser Vater im Himmel mit einem lieben Ehepaar aus England in Verbindung, die seit Jahrzehnten im Heilungs- und Befreiungsdienst unterwegs sind. Wir sprachen und beteten über Skype miteinander.

Sie wussten so überhaupt Nichts über mich und begannen, die richtigen Fragen zu stellen und lehrten mich auch einige Dinge, die ich über Heilungsgebet noch nicht wusste. Um z.B. effektiv für Heilung zu beten, muss – so die Krankheit mit einem traumatischen Erlebnis verbunden ist (z.B. die Panik nach der Zerrung) – die Erinnerung an das traumatische Erlebnis im Gebet gebrochen werden. Solange die Erinnerung an das Trauma noch da ist, ist kein Platz für Heilung. (Es gibt wissenschaftlich nachgewiesen ein Erinnerungsvermögen der Körperzellen. Dort können sich auch traumatische Erinnerungen festsetzen. Einfach mal google-n oder bing-en oder yahoo-en.)

Bereits nach dem ersten Gebet mit dem Ehepaar aus England konnte ich auf Schmerztabletten verzichten. Zwar war ich nicht schmerzfrei, doch war das Schmerzerleben auf einem gerade noch erträglichen Niveau angekommen. In den folgenden Wochen legte Gott noch andere Trauma offen: ein Erlebnis von sexuellem Missbrauch im Teenie-Alter, geistiger Missbrauch durch Ärzte (Schlankheitswahn in den späten 70ern und die 80er Jahre, Normalgewicht in kg = Größe in cm – 100 – 15%), Kalorien-Zählen-Trauma (bitte nicht lachen, das ist echt ernst).

Als ich um die 18 bis 20 Jahre alt war, hatte ich ein halbwegs normales Gewicht. Sah ganz gut aus. War sportlich. Doch in meinem Herzen hatte sich die Lüge, dass ich fett wäre, bereits fest gesetzt. Daraus entwickelte sich über die Jahre eine tiefe Hoffnungslosigkeit, jemals nicht fett sein zu können. Zu allem Überfluss steckte ich dann noch Herbst 1992 bis Winter 2003 in einer Depression fest. (Seit ich am 4ten Advent 2003 Jesus als meinen Erlöser, Herrn und König angenommen habe, bin ich die Depressionen los.)

Diese Themen arbeiteten wir über mehrere wöchentliche Gebete ab. Brachen Trauma, sprach Vergebung aus (wenn noch nicht geschehen), trennte mich von geglaubten Lügen, … und einiges mehr.

Seit fünf Wochen nehme ich keine Schmerztabletten mehr. Seit 2 Wochen bin ich nahezu schmerzfrei. Komme langsam wieder in die Gänge. Und ich habe Hoffnung, dass ich ein normales Gewicht erreichen werde. Ich habe sogar Hoffnung, dass etliche Kilos davon übernatürlich schnell verschwinden werden. Einfach deshalb, weil Gott mich lieb hat.

Beobachtbar und messbar: meine Nahrungsaufnahme hat sich um ein Drittel bis zur Hälfte reduziert, OHNE Kalorienzählen und Co. Ich bekomme einfach nicht mehr so viel runter. Das ist zwar Tagesform abhängig (Drittel oder Hälfte), aber konstant so geblieben.

Ich weiß, dass ich mir auf die all die guten Veränderungen nichts einbilden kann. Das – so bin ich felsenfest überzeugt – hätte ich ohne Gottes Hilfe nicht hinbekommen. Und ich bin Papa im Himmel auch sehr dankbar für all die Menschen, die mich auf diesem Weg begleiten und die ER mir an die Seite gestellt hat.

Glaube, Liebe und Hoffnung. Alle drei sind nun wieder in meinem Leben lebendig.

Timing

Thursday during our worship and prayer meeting, I got a download on stuff to share about Romans 8,1 (no condemnation for those who are in Jesus Christ). Looking at the people gathered, I could have been correct to share the download. However, I did not feel right. So I asked Father, whether it is for this group.

Instead it was meant for the devotional, I was to give at Glaube+Heilung in Hamburg the next morning. I was puzzled, cause I already shared about this verse there. Well, I swallowed that puzzled feeling. When I started sharing it was spot on for this group of people. – If any of us condemns someone or himself for sins of the past or shortcomings of today, we declare the price Jesus paid was not enough: „Lord, Jesus. Awesome job at Golgotha. Incredible! … Sadly it was not enough!“

Everyone was shaken. Prayers of repentance followed and declarations of the truth.

God is good. All the time.condem

Good to have friends

Sometimes one can really be blind for the obvious. Last Monday we had prophet Johnny Foote as a guest in our house. After sharing a view words, he started prophesying over each one of us.

When it was my turn, first thing he was talking about, was that I have a calling as a prophetic worshipper. I got such a word some years ago from other people too. However, while reasoning the choice of instrument to go with such a calling, I completely forgot about the calling itself. But still I had this urge to be part of a worship team, which would not happen. Regardless of how hard I(!) tried. So, while Johnny kept on prophesying other things over me, he happened to mention that I need to repent.

Ok, I know quite a bit about the concept of repenting. Still I had absolutely no clue, what I should repent for. Wednesday evening I prayed while washing hands: „Jesus, I have no clue. What is it I need to repent for? Please explain it to me. I really want to walk in all the gifts you have for me. Make it so clear, even I get it!“

A few hours later our house church was meeting and we shared our thoughts on the evening with Johnny Foote. And I talked about being clueless. My friend Karl asked me: „Are you faithful in this prophetic worship thingy?“ Ouch!!!! It was soooooo obvious, I did not see it. Too easy!

Well, I did repent. And did order an instrument, a Autoharp. Been thinking about getting one some time before. Today it arrived. Interesting and challenging times coming up. Woooohoooo!

Der Tag, an dem der Hamster aus dem Rad stieg!

Am 06. Juli 2012 geschah es. Der Hamster stieg aus seinem Rad.

29+ Jahre kannte ich nichts anderes, als Montags bis Freitags einem regulären Broterwerb nachzugehen. Die letzten zwei bis drei Jahre davon waren nervig. Von Tag zu Tag wurde ich unzufriedener. Unzufriedener mit meinem Job. Unzufriedener mit meinem Chef. Unzufriedener mit mir!

Ich sehnte mich nach mehr. Vor allem sehnte ich mich danach mehr Zeit für die Gott-Dinge in meinem Leben zu haben. Wollte sehen wie Gott übernatürlich wirkt. Ich wollte alles. Erfolg im Job. Karriere – in der „Welt“ und in der „Kirche“. Die „Glory-Jobs“. Einfach so.

Sauer mit mir. Sauer mit Gott. Reizbar. Kurze Zündschnur. – Für meinen Chef und meine Kollegen muss das … anstrengend gewesen sein.

In dieser Zeit kam ich durch die Mitarbeit bei NO LIMIT in Kontakt mit Dr. Arne Elsen. Er ermutigte mich,  zu seinen Vorträgen zu kommen. Nach den Vorträgen sollte ich im seinem Team für Kranke beten. Über einen Zeitraum von ein bis eineinhalb Jahren tat ich dies. Fuhr 2 Mal im Monat 3 bis 4 Stunden – meistens Samstags – mit dem Auto zu den Veranstaltungen hin. Danach wieder zurück. Ich fand Geschmack daran, anderen zu dienen.

Ich dachte immer öfter darüber nach, welche Menschen Gott mir immer wieder vor die Füße gestellt hatte. Es waren Menschen, die eins gemeinsam hatten. Bevor sie irgendwie annähernd an diese „Glory Jobs“ heran kamen, waren sie zuerst Dienende.

Irgendwie machte es total Sinn. Jesus kam auch nicht in die Welt, um sich bejubeln zu lassen. Die meiste Zeit verbrachte ER damit, zu dienen. Heilung, Lehre, Dämonen austreiben. Gemeinschaft pflegen.

Im November 2011 erzählte Arne mir von der Gründung des Vereins „Glaube und Heilung“. Ich wusste, dass ich dort mitarbeiten musste. Egal um welchen Preis. Ich wusste in meinem Herzen, dass in diesem Moment DIE Tür überhaupt aufgegangen war, aus dem Hamsterrad des normalen Arbeitsleben aus zu steigen. Unverzüglich, im wahrsten Sinne des Wortes, erkundigte ich mich nach Möglichkeiten, nur noch Teilzeit zu arbeiten.

Von meinen Freunden bekam ich „zwei Daumen nach oben“. Sie ermutigten mich, diesen Schritt zu gehen. Nur wenige Wochen später unterschrieb ich den Änderungsvertrag. Statt 38 Stunden an 5 Tagen, würde ich nur noch 27 Stunden an 4 Tagen je Woche arbeiten. Verbunden mit 29% weniger Gehalt. Außerdem würden die Freitage fortan echt lang werden. 5:15 aufstehen und vor 21:30 Uhr nicht zu Hause sein. 3 Stunden ICE fahren.

Am 06. Juli 2012 stieg ich also erstmalig in den ICE 1616. Es kamen leise Zweifel auf. War ich wirklich auf dem richtigen Weg? Doch der Tag bewies, dass ich auf dem richtigen Weg war.

Mathias B. war an diesem ersten Dienst-Freitag mein Gebetspartner. Es haute mich aus den Socken, wie einfach es war mit ihm zu beten. Unsere Eindrücke für die Gebetssuchenden ergänzten sich sehr gut; bauten förmlich aufeinander aus. Wir beteten sowohl für körperliche, als auch für innere Heilung. Der Heilige Geist zeigt uns sehr oft auf, wenn seelische Belastung hinter den körperlichen Leiden steckte. Ein Patient nach dem anderen ging leichter und ermutigter, als er gekommen war.

Ganz oft findet sich tief gehende Unvergebenheit bei Krebserkrankungen. Irgendwie scheinen die Dinge, die unsere Seele auffressen, ein gutes Treibmittel für Krebszellen zu sein, die schließlich die gesunden Körperzellen zerstören.

Es gibt natürlich auch Krankheiten ohne geistige Ursachen. Spektakulär finde ich es beispielsweise, wenn unterschiedlich lange Beine auf gleiche Länge auswachsen. Unterschiedlich lange Beine sind Ursachen für z.B. Hüftschiefstellungen und den damit verbundenen Rückenschmerzen.

Wer generell Frage zum Thema „Heilung durch Gebet“ hat, dem empfehle ich eines der unten genannten Bücher zu lesen.

Ich selbst erlebe durch diesen Dienst selbst viel innere Heilung. Und ich erkenne immer mehr, wer ich in Jesus bin: Ein geliebtes Kind des Schöpfers des Universums. Dadurch, dass ich genau diese z.B. diese Dinge den Gebetssuchenden zuspreche, predige ich mir selber. Naja, Glaube kommt bekanntlich vom Hören.

Von meinem Chef habe ich erst kürzlich wieder die Rückmeldung bekommen, viel gelassener und motivierter zu sein als vor jenem Tag im Juli 2012. – Ich selbst fühle mich … nun ja … glücklich! Nicht immer jede Sekunde und jeden Tag, aber immer öfter. Alleine schon dafür hat es sich gelohnt, auf Teilzeit umzusteigen.

Literaturempfehlungen:

  • Graham Powell „Der Dienst der Befreiung“
  • Bill Johnson „Berufen zu Heilen“
  • Francis MacNutt „Die Kraft zu heilen“
  • Cindy Jacobs „Das übernatürliche Leben“
  • Last but not least: DIE BIBEL

 

Gastvortrag

Gestern (11.2.15) Abend war im Saal unseres Hauses Martin Dreyer zu Gast. Teen Challenge hatte ihn eingeladen, aus seinem Leben zu erzählen.

Sein Leben in echt groben Stichpunkten:

  • Schulversager
  • Punk
  • Drogensüchtiger
  • Familie bekehrt sich
  • Er dann auch
  • Komplett umgekrempelt bastelt er sogar ein Abitur
  • Will die Jugendlichen mit Jesus bekannt machen, die N I E in eine Kirche gehen würden
  • „Erfindet“ Abhängen-mit-Gott – Daraus entstehen die Jesus Freaks
  • Wird zum geistlichen Work-a-holic
  • Absturz, aber sooooooooooo richtig, inklusive Drogenrückfall
  • Ehe geht kaputt
  • Findet zurück ins Leben
  • Sein „Engel“ wird seine neue Frau (lest sein Buch)
  • Vision Volxbibel – Ein Bibel, die auch Bibelferne (insbesondere Jungendliche) lesen würden
  • Bekommt Einladungen zu predigen, ohne danach gefragt zu haben
  • Wird Papa

Beeindruckt hat mich Martins Ehrlichkeit und Klarheit. Echt nicht blumig, was er so von seinem Absturz erzählt hat. Die Ärzte prognostizierten, dass er lebenslang ein Pflegefall bleiben würde (massiver Gedächtnisverlust etc.). Doch Gott ist größer! ER hat ihn geheilt. … Auch wenn seine Frau meint, dass es mit den Aussetzern noch nicht so ganz vorbei ist. Leider war sie nicht da. Hätte sie gerne gefragt, worauf sich diese Aussetzer wirklich beziehen. 😉

Sein Zeugnis hat mir einmal mehr gezeigt, dass es bei Jesus keine hoffnungslosen Fälle gibt. ER kann buchstäblich aus der größten K…e wieder Gold machen.

http://www.martin-dreyer.de

http://www.teenchallengeberlin.de